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DITZNER TWINTETT

Da spielt Bernhard in Stücken wie „Pfälzische Prärie“ oder „Paul‘s Blues“ mit Überblastechnik zweistimmig wie einst Albert Mangelsdorff, dabei aber so weich wie Butter, growlt auf der Posaune, dass man sich im Urwald wähnt, schleiftmit Absicht die Töne mitmelancholischem Unterton. Er entmaterialisiert gleichsam die Posaune – nicht ein Gramm Messing, nicht ein Gramm Metall schwingt in seinem Spiel mit: vielmehr ist es ein Strom aus geflüsterten Tönen. Den gehauchten Wirkungen
einer Stimme näher als den schmetternden Klängen des gewohnten Posaunen-Sounds scheinen dabei die Eigenkompositionen zu sein.

Auf der Tuba setzt Bernhard neue Maßstäbe. Mit der Flexibilität eines Trompeters und einem durch Überblastechnik erweiterten Tonumfang verblüfft er ein ums andere Mal. „Franky“ ist ein gutes Beispiel dafür. Dabei agiert er ungeheuer geschmeidig und bringt sein Instrument sowohl in melodischer als auch in boppiger Phrasierung zum Klingen und macht es damit zur vollwertigen Solo-Stimme von inspirierender Unmittelbarkeit.

Walter Falk, Rheinpfalz

 

DITZNER TWINTETT

Was muten die drei, der famose Tubist Roland Vanecek, der fulminante Posaunist Bernhard Vanecek sowie der Mannheimer Schlagzeuger Erwin
Ditzner, dem Hörer nicht alles zu. Sie befreien die Musik vom Floskelwesen und weisen ihr wieder Gedankenarbeit
zu. Die Zwillinge verstoßen damit ausdrücklich gegen die Erwartung, dass sich Musik als Folge gefälliger sinnlicher Reize zum bequemen Hören eigne.

....sie andererseits aber wiederum mit solch einer souveränen Freude am Spott und unvermuteten melodischen Wendungen und jede Menge parodistischen Mitteln, dass dieser Diskurs dennoch zu einem großen Vergnügen wird.


...Ditzner liebt vielmehr den intimen Rahmen. Er sitzt nicht zu Unrecht in der Mitte, zwischen den beiden Bläsern, und bei allen zirzensischen Kunststückchen ist er die dominierende Kraft. Er fordert, zwingt, vertraut, stört, integriert. Und die Zwillinge reagieren mal mit breiten Einsprüchen, filigran verzauberten Noten, mit Bass-satten Duftmarken oder mit einem Gespenster gleichen Huschen. Das „Ditzner Twintett“ bietet einfach ein hochspannendes Kaleidoskop. Und dabei zeigt es vor nichts und niemandem Respekt, spielt mit historischem Material wie einem Madrigal aus dem 16. Jahrhundert in der eingangs intonierten „Intonation“ oder es „verwurstelt“ Mozarts „Türkischen Marsch“ mit Dave Brubecks „Take Five“.


...So ungewöhnlich verstehen es die Zwillinge, in ihr Instrument zu grunzen, dass sich die Zuhörer oft vor Lachen nicht mehr halten können.

...Beim Verjazzen von Richard Strauß‘ „Zarathustra“ wirken die drei dann wieder respektlos und mit Ditzners rotbraunem Fez auf dem Haupt wie Ali Baba und die zwei Räuber. Begeisterter Beifall, zwei Zugaben

Walter Falk, Rheinpfalz

 
DITZNER LÖMSCH DUO

Man kann es als zu waghalsig empfinden, wenn Lömsch Lehmann gleich im ersten Stück mit einer Länge von fast 40 Minuten seine Klarinette in ihre Einzelteile zerlegt, sie lutscht, zerknautscht und in der Luft kreisen lässt, Teile doppelt an den Mund setzt oder sie heftig überbläst und rau aufjaulen lässt, so dass die Obertöne nur so herausflutschen. Doch finden diese Tonsprünge immer ihre Erdung im durchlaufenden rhythmischen Puls Erwin Ditzners, der seine Schlagfolgen förmliche exerzieret und mit polyrhythmischen Schichten überträufelt.

Eindrucksvoll gelingt eine Ode an die "Schwoine", zwei etwas über handtellergroße quiekende Gummitiere, die sich auf der Snare Ditzners befinden und bei intensiver Handbearbeitung ihrer typischen Urlaute in einen rhythmischen Puls einfließen lassen.

Dabei schwingt immer eine gehörige Portion Zügellosigkeit in der Musik dieser Formation mit, die bei aller freier Ausgestaltung ihrer Songs und der Koketterie mit dem Witz aber ihren Respekt vor der simplen Melodie niemals verliert. Im Gegenteil: Diese wird von ansetzender Patina befreit und richtig ausgeleuchtet.

Ulfert Goemann 

 

DITZNER LÖMSCH DUO

Besser hätte es einen Montagabend nicht treffen können, als von solch zwei herzhaften Musikgeschossen größten Kalibers bespielt zu werden.

...sorgten die beiden tonalen Schwergewichte für zwei Stunden Konzertzeit mit schier überbordendem Spieldrang...

...Eine große Liebe zum Rhythmus lässt Erwin Ditzner am Schlagzeug kräftige Beatschwünge ausheben, während Lömsch Lehmann dermaßen spielwitzig von Melodiestück zu freiem Tonfall springt, dass selbst der noch so harmonieverliebte Jazzschlager-Flaneur zu einem eingeschworenen Experimentalisten wird...

Vom titelgebenden Song "Schwoine" bis zum abschließenden "Blech" beeindruckten an diesem Abend die lautstarke Neugier und der professionelle Unernst der beiden einheimischen Großmusiker, die sich zu einem fulminat eigensinnigen Duett zusammengespielt haben. Auf ihrer Myspace-Seite heißt es: "Klingt wie... nothing else (nichts sonst)" Das kann mal wohl so stehen lassen...

Bernd Mand, Mannheimer Morgen

 

DITZNER LÖMSCH DUO


"Die Improvisationsmusik von Erwin Ditzner (drums) und Lömsch Lehmann (Tenorsaxofon und Klarinette) ist klasse: keine kopfigen Avantgarde-Experimente, vielmehr ein munterer Schlagabtausch zwischen zwei gleichberechtigten Partnern. So wird zum Beispiel Albert Aylers Free-Jazz-Hymne "Ghosts" zu einem heiteren, auf das Wesentliche reduzierter Kammer-Jazz"
 

Martin Laurentius, Jazzthing
 

 

DITZNER LÖMSCH DUO

"Eigentlich fängt es ganz harmlos an: Ein fein swingendes kleines Schlagzeug, eine melodisch klingende Klarinette – so richtig anheimelnd, auch wenn das Instrument zwischendurch leicht überblasen wird. „Up from the skies“, jene Nummer von Jimi Hendrix, eröffnet die CD „Schwoine“ des Duos Erwin Ditzner und Bernd Lömsch Lehmann. Ein sanfter Ausklang.

....

Die Musik des Duos ist auf faszinierende Weise doppelbödig: Treibender Groove und raffinierte Melodiebearbeitungen wie in „In A Gadda Da Vida“ oder „Leon P.“ sind Belege für einen souveränen Umgang mit der freien Improvisation und deren Einbindung in ein dialektisch geformtes Konzept der dreifachen Aufhebung: Aufheben im Sinn der Auflösung überholter Bindungen bei gleichzeitigem Bewahren von Bewährten und Aufheben des so Gewonnen auf eine neue künstlerische Ebene."

Klaus Mümpfer / Komplette Kritik auf den Jazzpages
 

 
 

 

DITZNER LÖMSCH DUO

Reutlinger Nachrichten:



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Kulturprotokoll.de schreibt:

Und mit Gauguet und Kittel war der Höhepunkt des 4. Stuttgarter Saxopohnfestival noch nicht einmal erreicht. Denn nach den beiden Franzosen ging es mit Bernd (Lömsch) Lehmann und Erwin Ditzner erst richtig rund. Schon für den Haarschnitt hätte Lömsch Lehmann vollkommen zu Recht Eintritt verlangen können; Erwin Ditzner wirkte mit Vollbart und Kompottkappe muezinhaft schräg, und cool (Fotostrecke). Und als dann die ersten Töne erklangen, da wußte ich, was wirkliche Musik sein kann. (Der Ehrlichkeit halber muss ich jetzt gestehen, dass mir besonders im Fall von Lehmann und Ditzner die Worte fehlen, um das zu beschreiben, was ich gehört und gesehen habe. Das war Musik, die dem Oberbegriff “Freejazz” eine neue Bedeutung gibt. Es war beeindruckend, mitreißend, orgiastisch, extatisch, ausufernd wahnsinnig. Ich bin ehrlich dankbar, dass ich so etwas erleben durfte. Einfach große Klasse! Super!!!!)